Wilhelm Pilgram: Immanuel Hermann Fichte (1859)

Immanuel Hermann Fichte (1796-1879) war der Sohn des bedeutenden Vertreters des deutschen Idealismus Johann Gottlieb Fichte. Er studierte von 1812 bis 1818 an der neugegründeten Berliner Universität Klassische Philologie und Philosophie und war später Professor für Philosophie in Bonn und anschließend in Tübingen.

Als Immanuel Hermann Fichte 1817 im Alter von 21 Jahren sein Promotionsgesuch zusammen mit einer Promotionsschrift an der Philosophischen Fakultät einreichte, äußerte der Mineralogie-Professor Christian Samuel Weiß den schwerwiegenden Verdacht, es handle sich bei der Schrift um ein nachgelassenes Manuskript des drei Jahre zuvor verstorbenen Johann Gottlieb Fichte. Der Altphilologe August Boeckh, der den Fichte-Sohn noch aus seinem philologischen Seminar kannte, ergriff die Partei seines ehemaligen Schülers und setzte alles daran, dessen Autorschaft zu beweisen.

In dieser Edition werden die Rundschreiben der Professoren, in denen sie den Plagiatsvorwurf verhandeln, erstmals zusammen mit der Promotionsschrift von Immanuel Hermann Fichte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Quellen stammen aus dem Archiv der Humboldt-Universität zu Berlin.

Projektverantwortliche: Eva Schneider