Faksimile Dipl. Umschrift Lesefassung Metadaten Entitäten XML Faksimile Dipl. Umschrift Lesefassung Metadaten Entitäten XML
 
 

Personen im Manuskript

Personengruppen im Manuskript

    Werke im Manuskript

    Orte im Manuskript

      Staatsbibliothek zu Berlin / Handschriftenabteilung
      Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Staatsbibliothek zu Berlin

      ganze XML-Datei herunterladen powered by TEI

      Aktuelle Seite

       
      3
      33
      Blumen lese von 18041
       


      Ob ich es soll im raschen Wahne wagen
      Von deinem Arm umfangen mich zu laßen?
      Ganz mich hingebend, stark dich zu umfaßen?
      Ob nun der Liebe Sonne mir soll tagen?

      Ob ich den Schwachen Mächten soll entsagen
      dDie, schürrend sie, der Liebe Flammen hassen;
      Ob Ehre Tugend, dich, ich soll verlaßen?
      Es will die angst bestürmte Brust verzagen.

      So. Sturmgeschlagen rauschen auf die Wogen
      doch ihr eErkosen klaget meinem Trauer:
      „In unsern Tiefen wohnt ein nächt’ger Schlummer.

      Und abwarts ist mein Sehnen ernst gezogen
      Den Kampf entweichend dort mit Hoffnungsschauer
      Erhoff ich Rast von meinem heißen Kummer.

      vChamisso.

      Kommentare

      1 „Blumenlese“ ist das deutsche Synonym für den griechischen Terminus „Anthologie“. Dieses Sonett bildet das Pendant zu dem Sonett „An mich“ auf der Rückseite der Handschrift. Beide Gedichte sind unter dem Titel Sie und Er in Chamissos und Varnhagens Musenalmanach auf das Jahr 1805, S. 70 f., abgedruckt.

      34
       

      An mich2

      Die zarten Saiten stark erschüttert laßen,
      Umleuchten nicht von Himmlischen Ackorden
      Der Harmonien Kelch. Vom rauhen Norden
      Erbrausen Stürme die das schöne haßen.

      Auf raffe dich und wiße dich zu faßen,
      Des Himmels götterkraft ist dir geworden,
      Des Himmels Feuer soll das irrd’sche Morden,
      Das Schreckbild de[...] Gewöhnlichkeit erblaßen.

      Die Kraft der Liebe walle unbestritten,
      Im Flammen Fluten tauch', und neugebohren
      Entschwinge stark dich ja der blauen Klarheit.

      Die Afterwelt entsinkt den Flammen tritten,
      Wir fanden uns, die wollend sich erkohren
      Dem doppel Todt erstand das uns in Wahrheit

      vChamisso

      Kommentare

      2 Dieses Sonett bildet das Pendant zu dem Sonett auf der Vorderseite der Handschrift. Beide Gedichte sind unter dem Titel Sie und Er in Chamissos und Varnhagens Musenalmanach auf das Jahr 1805, S. 70 f., abgedruckt.

      Blumen lese von 18041
       


      Ob ich es soll im raschen Wahne wagen
      Von deinem Arm umfangen mich zu laßen?
      Ganz mich hingebend, stark dich zu umfaßen?
      Ob nun der Liebe Sonne mir soll tagen?

      Ob ich den Schwachen Mächten soll entsagen
      Die, schürrend sie, der Liebe Flammen hassen;
      Ob Ehre Tugend, dich, ich soll verlaßen?
      Es will die angst bestürmte Brust verzagen.

      So. Sturmgeschlagen rauschen auf die Wogen
      doch ihr Erkosen klaget meinem Trauer:
      „In unsern Tiefen wohnt ein nächt’ger Schlummer.

      Und abwarts ist mein Sehnen ernst gezogen
      Den Kampf entweichend dort mit Hoffnungsschauer
      Erhoff ich Rast von meinem heißen Kummer.

      von Chamisso.

      Kommentare

      1 „Blumenlese“ ist das deutsche Synonym für den griechischen Terminus „Anthologie“. Dieses Sonett bildet das Pendant zu dem Sonett „An mich“ auf der Rückseite der Handschrift. Beide Gedichte sind unter dem Titel Sie und Er in Chamissos und Varnhagens Musenalmanach auf das Jahr 1805, S. 70 f., abgedruckt.

       

      An mich2

      Die zarten Saiten stark erschüttert laßen,
      Umleuchten nicht von Himmlischen Ackorden
      Der Harmonien Kelch. Vom rauhen Norden
      Erbrausen Stürme die das schöne haßen.

      Auf raffe dich und wiße dich zu faßen,
      Des Himmels götterkraft ist dir geworden,
      Des Himmels Feuer soll das irrd’sche Morden,
      Das Schreckbild de[r] Gewöhnlichkeit erblaßen.

      Die Kraft der Liebe walle unbestritten,
      Im Flammen Fluten tauch', und neugebohren
      Entschwinge stark dich ja der blauen Klarheit.

      Die Afterwelt entsinkt den Flammen tritten,
      Wir fanden uns, die wollend sich erkohren
      Dem doppel Todt erstand das uns in Wahrheit

      von Chamisso

      Kommentare

      2 Dieses Sonett bildet das Pendant zu dem Sonett auf der Vorderseite der Handschrift. Beide Gedichte sind unter dem Titel Sie und Er in Chamissos und Varnhagens Musenalmanach auf das Jahr 1805, S. 70 f., abgedruckt.