Lettres et textes:
Le Berlin intellectuel
des années 1800

Lettre de Adelbert von Chamisso à Louis de La Foye (Schaffhouse, 27 août 1812)

 

 

Scan Version dipl. Version de lecture Métadonnées Entités XML Scan Version dipl. Version de lecture Métadonnées Entités XML
 
 

Personnes apparaissant dans ce manuscrit

Groupes apparaissant dans ce manuscrit

    Œuvres évoquées dans ce manuscrit

    Lieux figurant dans ce manuscrit

    Bibliothèque d'État de Berlin / Section des manuscrits
    Réutilisation uniquement sur autorisation de la Bibliothèque d'État de Berlin

    a 9

    Doch biß zum [Verschneiden]1 Exclusive, hoffentlich!2

    – aus Schafhausen schon, mein lieber, den 27 Aug.
    den 29. in Ulm also vor dem 15.t 7.3 in Berlin. –

    am Tage meiner Abreise, – 11.ten glaub‘ ich – hab‘ ich
    die Pflanzen die den ersten Envois an dich ausmachen
    sollen in ordnung gebracht, und mit unlust bemerkt,
    [en marge: daß] manches, was ich dir bestim̄te oder noch hätte schicken
    [wollen]konnen, hatte sich anders wohin verkrochen. – doch sind
    bereits gute und schöne Sachen dabei4 und ich habe
    augusten auf die Seele gebunden, aus dem
    Herbario
    noch das Herbarium nach möglichkeit
    für dich auszu[p]lündern – aus den Pressen, die
    ich noch schwanger ließ, muß dir vieles zufliessen
    und manches aus den 3 envois die ich [von]5
    der Reise aus6 an August gethan. –

    Ein schönes Land, Louis, ein schönes Land – und
    andiesem Berggerippe des verschollenen Europa
    gleichsam noch etwas lebendiges von der alten
    angeklebt geblieben – aber auf wie lange – man
    mögte bluth weinen! – So klingt die alte
    Inschrift der Capelle in der Hohlen Gaß zu Küssnacht:


    [...]Hier ist Geißlers Hochmuoth vom Thäll erschoßen
    Und die Schweizer edle Freiheit entsprossen.
    Wie lang wird aber solche währen
    Noch lang wenn7 wir die Alte währen.8

    a 1812

    Commentaires

    1 Im Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm [Zugriff 17.07.2012] findet man unter „Verschneiden“ sowohl die Bedeutungen „durch schneiden kürzen“, was man auf Pflanzen beziehen könnte, als auch „vernichten, hinwegnehmen“. Schließlich könnte Chamisso auch „Verschneiden“ und „Verscheiden“ verwechselt haben.

    2 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits fehlt dieser erste Satz. Die Lücke ist nicht mit Auslassungspunkten gekennzeichnet.

    3 Die Sieben (lat. septem) steht für September.

    4 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits steht „darin“ statt „dabei“.

    5 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits wird diese Streichung nicht wiedergegeben.

    6 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits fehlt dieses „aus“.

    7 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits steht „wann“ statt „wenn“.

    8 Der Sage nach wurde der Habsburger Vogt Gessler vom Schweizer Freiheitskämpfer Wilhelm Tell in der Hohlen Gasse ermordet (Reinhardt 2011: 33–35).

    [Solte] man nicht die Mahnung von Heute wähnen.
    – lieber Louis, die Alten nicht mehr! – auf
    den Bergen und in den Sennhütten wohl noch
    zur Noth – aber nicht in den Thalen und Winter
    Haüser – .9 Du wilst doch nicht den Montblanc
    oder den [Riesigen] Rheinfall an mich meßen – und
    mich an sie zu messen, kennst du sie nicht und
    kennst mich – doch doch Louis,10 eine her̄liche
    Reise – schön sind die Schneegipfeln [von]
    weitem im abend scheine, über von weitem über
    [...] laubwälder zu sehen, die schon in der Nacht
    ruhn – herlrlich der aufgang des mondes über
    die Grindelwald glätscher, her̄lich die erhabene
    Ruhe des hiesigen Rheinfalls.11 – sonst will ich
    dir meinen weg sagen – – schlage bücher und
    Charten nach – geneve, le col du bonhom̄e, le col d[e] la Seigne
    Cormayeur. (Italiänische Zunge,) le [...] [val] et le col Ferret, le
    col d. [Tonestre]
    ,12 [lhospice] du grand St. bernard. (von
    Cormayeur dahin, zweimal aus dem Som̄er in den Winter
    in einem Tag, man kriegt auf hohen Bergen Gemsen
    natur, müde zu werden ist wird üunmöglich, und besonders
    das hin[steigen] auf steigen wird leich[...]ter als das absteigen.)
    Martigni Sion, les bas de Leuck. la gem̄i13
    Das Herrliche Kandergrund, Thuner See, unter [laken seen]
    Unterseen, und Hinterla[k]en. Lauterbrunn,
    da der Staubbach14 – an der Jungfrau [den] Mönch usw

    Commentaires

    9 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits fehlt der Textabschnitt ab diesem Punkt bis „kennst mich“. Die Lücke ist mit Auslassungspunkten gekennzeichnet.

    10 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits steht „Doch, lieber Louis“ statt „doch doch Louis“.

    11 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits fehlt der Textabschnitt ab diesem Punkt bis „ebenfals mehr als genug“ auf der folgenden Seite. Die Lücke ist mit Auslassungspunkten gekennzeichnet.

    12 Dieser Pass konnte nicht identifiziert werden.

    13 Ein Pass.

    14 Der Staubbachfall ist ein Wasserfall in der Nähe von Lauterbrunnen.

    10

    fort vorbei, nach Grindelwald, [...] über die
    Scheidec[...]15 nach Meiringen, – (das Thal Halsli,
    wo Die schönsten Weiber sind, – der Regenbach.)
    Die Grimsel16 d[ieen] Fourca Rhoneglätscher, die Fourca17
    am Fuße des Gotard. – den Gotard hinauf
    hinab, durchs Urseler loch18 über die Teufels Brücke
    hinab nach Altorf, nur zur [Seé] tellscapelle,19
    Schwiz, der bergfall der Goldau verschüttete20
    der Rigi,21 Küssnacht, Zug, Zürig, Schafhausen.

    adressen – beim Buchhändler Hitzig in Berlin
    mehr als genug – le Baron auguste de
    Stalel
    à Genève
    , ebenfals mehr als genug.

    – lebe wohl junge – ich kenne nun so
    ziemlich die alpinische Pflanzen welt
    ohne sagen zu wollen daß ich alle
    Alpenpflanzen kenne –22 die schönen
    Pediculares23 des S. Bernhard! –
    die schönen Ranunkeln! . – glacialis,24
    alpina25 pyr[e]naica.26 – die glacialis
    hat mich im[...]r kindisch gefreut, – ich
    habe mehr mals in ihrer Region übernachtet,
    mehrmals sie öfters in einem Tage
    besucht. zum beschluß – (la petite piece)
    eine Insch[...]ift die ich unter den antiquiteten

    (Reste des roten Siegels.)

    Commentaires

    15 Eigentlich „Große Scheidegg“, ein Pass.

    16 Ein weiterer Pass.

    17 Ebenfalls ein Pass.

    18 Chamisso meint vermutlich das „Urnerloch“, es handelt sich um einen Bergtunnel (Eintrag im HLS [Zugriff 17.07.2012]).

    19 Die Tellskapelle steht am Vierwaldstätter See, in dessen Gebiet sich Altdorf und Schwyz befinden.

    20 Am 2. September 1806 wurde der gesamte Ort Goldau bei einem Bergsturz begraben (Eintrag im HLS [Zugriff 17.07.2012]).

    21 Ein Berg in der Nähe von Küssnacht und dem Vierwaldstätter See.

    22 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits fehlt der Textabschnitt ab diesem Punkt bis „Tage besucht“. Die Lücke ist mit Auslassungspunkten gekennzeichnet.

    23 Läusekraut.

    24 Ranunculus glacialis – Gletscher-Hahnenfuß.

    25 Ranunculus alpestris – Alpen-Hahnenfuß.

    26 Ranunculus pyrenaicus (auch pyrenaeus) – Pyrenäen-Hahnenfuß.

    acc.ms.1991.36.

    des Tempels Jovis auf dem St. Brernard27 Dept du Simplom28 [ge] [...]heraus bemerk[t]
    habe – schöne goldene Buchstaben auf schwarzem Marmor.


    Napoleoni primo Francorum Imperatori semper august[o]
    Reipublicae valesianae restoratori semper optimo
    Aegyptiaco, bis italico, semper invicto
    In monte Jovis et semproni semper memorand[o]
    Res plublica valesiae29 grata II decembri anni MDCCCIV30

    Die Monchen31 dort sind menschen v[...]n der aller kleinsten Gattung. –

    (Schwarzer Poststempel, verwischt und etwas unleserlich. Er besagt "Schafhouse".)
    (Ein weiterer Poststempel, der vertikal zur Adresse steht. Er besagt "Suisse par Huningue".)

    A Monsieur
    Monsieur Louis de la Foye
    Professeur de Mathematiques
    a
    b au college
    de Bayeux
    Dpt de Calvados.

    a 4

    b [2]

    Commentaires

    27 Die Funde aus dem antiken Tempel, der sich auf dem Großen Sankt Bernhard befunden hatte, wurden teilweise im (auf der zweiten Briefseite erwähnten) Hospiz aufbewahrt, wie im fast zeitgenössischen Reiseführer Die Schweiz. Ein Handbuch zunächst für Reisende beschrieben wird (von Bollmann 1837: 789).

    28 Chamissos Angabe Simplon kann nicht zutreffen – der Große Sankt Bernhard befindet sich über hundert Kilometer entfernt von der Gemeinde Simplon.

    29 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits steht „valesiana“ statt „valesiae“.

    30 Napoleon hatte den Großen Sankt Bernhard im Jahr 1800 überquert. Im Geographischen Lexikon der Schweiz findet sich folgender, leicht abweichender Text der Inschrift: „Napoleoni Primo Francorum Imperatori, semper optimo, Reipublicae Valesianae Restauratori, semper Augusto, Aegyptiaco, bis Italico, semper invicto, In monte Jovis et Sempronii semper memorando Respublica Valesiae grata. 11 Decembris Anno MDCCCIV“ (Bd. 4, 1906: 390). Eigene Übersetzung: Dem Kaiser Napoleon, Erster der Franzosen, der Unübertroffene, der den Wohlstand der wallisischen Republik erneuerte. Der ewige Kaiser, gegen Ägypten und zweimal Italien immer unbesiegt, auf dem Berge des Jovis [ein alter Name für den Großen Sankt Bernhard] und des Sempronius zur immerwährenden Erinnerung der dankbaren Republik Wallis. 11. Dezember des Jahres 1804.

    31 Das Hospiz auf dem Großen Sankt Bernhard wird von den Augustiner Chorherren betrieben (Eintrag im HLS [Zugriff 03.12.2012]).

    Doch biß zum [Verschneiden]1 Exclusive, hoffentlich!2

    – aus Schafhausen schon, mein lieber, den 27 August den 29. in Ulm also vor dem 15.t 7.3 in Berlin. –

    am Tage meiner Abreise, – 11.ten glaub‘ ich – hab‘ ich die Pflanzen die den ersten Envois an dich ausmachen sollen in ordnung gebracht, und mit unlust bemerkt, daß manches, was ich dir bestimmte oder noch hätte schicken konnen, hatte sich anders wohin verkrochen. – doch sind bereits gute und schöne Sachen dabei4 und ich habe augusten auf die Seele gebunden, noch das Herbarium nach möglichkeit für dich auszu[p]lündern – aus den Pressen, die ich noch schwanger ließ, muß dir vieles zufliessen und manches aus den 3 envois die ich 5 der Reise aus6 an August gethan. –

    Ein schönes Land, Louis, ein schönes Land – und andiesem Berggerippe des verschollenen Europa gleichsam noch etwas lebendiges von der alten angeklebt geblieben – aber auf wie lange – man mögte bluth weinen! – So klingt die alte Inschrift der Capelle in der Hohlen Gaß zu Küssnacht:


    Hier ist Geißlers Hochmuoth vom Thäll erschoßen
    Und die Schweizer edle Freiheit entsprossen.
    Wie lang wird aber solche währen
    Noch lang wenn7 wir die Alte währen.8

    Commentaires

    1 Im Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm [Zugriff 17.07.2012] findet man unter „Verschneiden“ sowohl die Bedeutungen „durch schneiden kürzen“, was man auf Pflanzen beziehen könnte, als auch „vernichten, hinwegnehmen“. Schließlich könnte Chamisso auch „Verschneiden“ und „Verscheiden“ verwechselt haben.

    2 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits fehlt dieser erste Satz. Die Lücke ist nicht mit Auslassungspunkten gekennzeichnet.

    3 Die Sieben (lat. septem) steht für September.

    4 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits steht „darin“ statt „dabei“.

    5 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits bleibt das von Chamisso gestrichene „von“ stehen.

    6 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits fehlt dieses „aus“.

    7 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits steht „wann“ statt „wenn“.

    8 Der Sage nach wurde der Habsburger Vogt Gessler vom Schweizer Freiheitskämpfer Wilhelm Tell in der Hohlen Gasse ermordet (Reinhardt 2011: 33–35).

    [Solte] man nicht die Mahnung von Heute wähnen. – lieber Louis, die Alten nicht mehr! – auf den Bergen und in den Sennhütten wohl noch zur Noth – aber nicht in den Thalen und Winter Haüser – .9 Du wilst doch nicht den Montblanc oder den [Riesigen] Rheinfall an mich meßen – und mich an sie zu messen, kennst du sie nicht und kennst mich – doch doch Louis,10 eine her̄liche Reise – schön sind die Schneegipfeln im abend scheine, von weitem über laubwälder zu sehen, die schon in der Nacht ruhn – herrlich der aufgang des mondes über die Grindelwald glätscher, her̄lich die erhabene Ruhe des hiesigen Rheinfalls.11 – sonst will ich dir meinen weg sagen – – schlage bücher und Charten nach – geneve, le col du bonhomme, le col d[e] la Seigne Cormayeur. (Italiänische Zunge) le [val] et le col Ferret, le col de [Tonestre],12 [lhospice] du grand St. bernard. (von Cormayeur dahin, zweimal aus dem Sommer in den Winter in einem Tag, man kriegt auf hohen Bergen Gemsen natur, müde zu werden wird unmöglich, und besonders das auf steigen wird leichter als das absteigen.) Martigni Sion, les bas de Leuck. la gemmi13 Das Herrliche Kandergrund, Thuner See, Unterseen, und Hinterla[k]en. Lauterbrunn, da der Staubbach14 – an der Jungfrau [den] Mönch und so weiter

    Commentaires

    9 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits fehlt der Textabschnitt ab diesem Punkt bis „kennst mich“. Die Lücke ist mit Auslassungspunkten gekennzeichnet.

    10 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits steht „Doch, lieber Louis“ statt „doch doch Louis“.

    11 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits fehlt der Textabschnitt ab diesem Punkt bis „ebenfals mehr als genug“ auf der folgenden Seite. Die Lücke ist mit Auslassungspunkten gekennzeichnet.

    12 Dieser Pass konnte nicht identifiziert werden.

    13 Ein Pass.

    14 Der Staubbachfall ist ein Wasserfall in der Nähe von Lauterbrunnen.

    fort vorbei, nach Grindelwald, über die Scheidec[k]15 nach Meiringen, – (das Thal Hasli, wo Die schönsten Weiber sind, – der Regenbach.) Die Grimsel16 d[en] Rhoneglätscher, die Fourca17 am Fuße des Gotard. – den Gotard hinauf hinab, durchs Urseler loch18 über die Teufels Brücke hinab nach Altorf, nur zur [Seé] tellscapelle,19 Schwiz, der bergfall der Goldau verschüttete20 der Rigi,21 Küssnacht, Zug, Zürig, Schafhausen.

    adressen – beim Buchhändler Hitzig in Berlin mehr als genug – le Baron auguste de Stael à Genève, ebenfals mehr als genug.

    – lebe wohl junge – ich kenne nun so ziemlich die alpinische Pflanzen welt ohne sagen zu wollen daß ich alle Alpenpflanzen kenne –22 die schönen Pediculares23 des S. Bernhard! – die schönen Ranunkeln! . – glacialis,24 alpina25 pyr[e]naica.26 – die glacialis hat mich im[me]r kindisch gefreut, – ich habe mehr mals in ihrer Region übernachtet, mehrmals sie öfters in einem Tage besucht. zum beschluß – (la petite piece) eine Insch[r]ift die ich unter den antiquiteten

    Commentaires

    15 Eigentlich „Große Scheidegg“, ein Pass.

    16 Ein weiterer Pass.

    17 Ebenfalls ein Pass.

    18 Chamisso meint vermutlich das „Urnerloch“, es handelt sich um einen Bergtunnel (Eintrag im HLS [Zugriff 17.07.2012]).

    19 Die Tellskapelle steht am Vierwaldstätter See, in dessen Gebiet sich Altdorf und Schwyz befinden.

    20 Am 2. September 1806 wurde der gesamte Ort Goldau bei einem Bergsturz begraben (Eintrag im HLS [Zugriff 17.07.2012]).

    21 Ein Berg in der Nähe von Küssnacht und dem Vierwaldstätter See.

    22 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits fehlt der Textabschnitt ab diesem Punkt bis „Tage besucht“. Die Lücke ist mit Auslassungspunkten gekennzeichnet.

    23 Läusekraut.

    24 Ranunculus glacialis – Gletscher-Hahnenfuß.

    25 Ranunculus alpestris – Alpen-Hahnenfuß.

    26 Ranunculus pyrenaicus (auch pyrenaeus) – Pyrenäen-Hahnenfuß.

    des Tempels Jovis auf dem St. Brernard27 Departement du Simplom28 heraus bemerk[t] habe – schöne goldene Buchstaben auf schwarzem Marmor.


    Napoleoni primo Francorum Imperatori semper august[o]
    Reipublicae valesianae restoratori semper optimo
    Aegyptiaco, bis italico, semper invicto
    In monte Jovis et semproni semper memorand[o]
    Res publica valesiae29 grata II decembri anni MDCCCIV30

    Die Monchen31 dort sind menschen v[o]n der aller kleinsten Gattung. –

    A Monsieur
    Monsieur Louis de la Foye
    Professeur de Mathematiques
    au college
    de Bayeux
    Département de Calvados.

    Commentaires

    27 Die Funde aus dem antiken Tempel, der sich auf dem Großen Sankt Bernhard befunden hatte, wurden teilweise im (auf der zweiten Briefseite erwähnten) Hospiz aufbewahrt, wie im fast zeitgenössischen Reiseführer Die Schweiz. Ein Handbuch zunächst für Reisende beschrieben wird (von Bollmann 1837: 789).

    28 Chamissos Angabe Simplon kann nicht zutreffen – der Große Sankt Bernhard befindet sich über hundert Kilometer entfernt von der Gemeinde Simplon.

    29 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits steht „valesiana“ statt „valesiae“.

    30 Napoleon hatte den Großen Sankt Bernhard im Jahr 1800 überquert. Im Geographischen Lexikon der Schweiz findet sich folgender, leicht abweichender Text der Inschrift: „Napoleoni Primo Francorum Imperatori, semper optimo, Reipublicae Valesianae Restauratori, semper Augusto, Aegyptiaco, bis Italico, semper invicto, In monte Jovis et Sempronii semper memorando Respublica Valesiae grata. 11 Decembris Anno MDCCCIV“ (Bd. 4, 1906: 390). Eigene Übersetzung: Dem Kaiser Napoleon, Erster der Franzosen, der Unübertroffene, der den Wohlstand der wallisischen Republik erneuerte. Der ewige Kaiser, gegen Ägypten und zweimal Italien immer unbesiegt, auf dem Berge des Jovis [ein alter Name für den Großen Sankt Bernhard] und des Sempronius zur immerwährenden Erinnerung der dankbaren Republik Wallis. 11. Dezember des Jahres 1804.

    31 Das Hospiz auf dem Großen Sankt Bernhard wird von den Augustiner Chorherren betrieben (Eintrag im HLS [Zugriff 03.12.2012]).