Briefe und Texte
aus dem intellektuellen
Berlin um 1800

Brief von Ludwig Tieck an Friedrich von Raumer (Dresden, 18. Februar bis 2. März 1840)

 

 

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    279

    Tieck an Raumer

    Mein geliebter Freund,

    Wieder habe ich so lange gezögert, Ihnen zu schreiben,
    daß ich mich schämen muß. Doch – – &c &c
    Wie schöne Briefe habe ich seit dem von Ihnen erhalten!
    Schöne, aber nicht erfreuliche. – Wie kommen Sie,
    + der ächte Mann, zu dieser Hypochondrie, zu dem Kleinmuth?1
    Ich muß Sie jezt selbst an das schöne Wort Schlözers an Joh.
    Müller
    erinnern, (der Brief ist jezt auch gedruckt) daß es
    Ihnen ziemt, über Alles das, was verdrüßlich sein
    möchte, kein Mouvement zu machen.2

    Den 22sten Febr Ihre Werke werden stehn bleiben und gelesen werden,
    wenn das Meiste der jetzigen Tage völlig vergessen ist. Es mag
    anmassend klingen, von der Zukunft prophezeien zu wollen,
    aber es giebt doch auch ein Gefühl nicht nur, sondern selbst eine
    + Ueberzeugung und richtige Einsicht von der Vortreflichkeit eines
    Werkes, das unmöglich den gesunden und unpartheiischen Sinn
    täuschen kann. Wie jezt in der Physik alle 12 Wochen eine
    neue, unerhörte und ungeahndete Entdeckung auftaucht, über
    + welche die Kundigen jubeln, und neue Naturgesetze wahrnehmen,
    + wo ich als Laye nur neue Erscheinungen wahrnehmen kann, –
    + so eifern jezt viele neue Geschichtschreiber wett mit diesen,
    Alles neuzugestalten, ganz neue Ansichten zu erfinden, wie
    + oft willkührlich aus der Luft gegriffen, oder vorige, längst
    + ausgemachte Dinge fratzenhaft auf den Kopf zu stellen.
    Ranke mag sich nur hüthen, daß ihn seine zu rasche Combination
    und Entdeckungslust nicht in diese [...], in diese enfans
    perdus
    der wahren Armen hinein treibt. [Langen]3 hier (ihr wahrer
    Freund und Bewundrer) erzählte mir, daß er den faulen Kaiser Frd III
    in seinem neusten Buche rechtfertigen, und so zu sagen bewundern will.

    Kommentare

    1 1840-1842 erschien die 2. Auflage von Raumers Geschichte der Hohenstaufen. Die erneute Auseinandersetzung mit seinem Werk (Erstveröffentlichung 1823–25) und dessen Rezeption machte Raumer offenbar zu schaffen, worauf neben dem dem vorliegenden Brief auch der Brief Raumers an Tieck vom 14. Dezember 1839 hinweist. Dort berichtet Raumer von den zahlreichen kritischen Stimmen, die er zwar versucht, von sich zu weisen, – „doch inkommodiren mich diese Flöhe, die man mir von allen Seiten in meinen Pelz setzt. [...] Doch was rede ich von Flöhen, Männer sind meine Gegner.“ (Litterarischer Nachlaß II, S. 181).

    2 Der Brief Schlözers an Müller, auf den Tieck anspielt, handelt vom Umgang mit Kritiken: „Eine Recension! Eine Recension! – Mann, Schweizermann, seyen Sie größer! Sie kennen die Welt, also auch die literarische, hoffentlich auch noch die literarische deutsche Welt. Wenn mir einer mündlich sagte, ich wäre ein Dummkopf, so geb’ ich ihm ein par Ohrfeigen. Sagt mir aber einer in einem Epigramm oder in einer Recension, ich wäre ein Rindvieh, ich hätte gestolen, ich hätte einen falschen Eid getan, so mache ich kein mouvement. Und Sie – einer Recension – eines Anonymi – wegen wollen die ganze Autorschaft aufgeben? O Mann! Schweizermann!“ (Schlözer an Müller, 16. Januar 1781, in: Briefe an Johann von Müller III, S. 49).

    3 Möglicherweise ist Friedrich Albert von Langenn gemeint.

    Den 25sten Febr. — Sie haben uns mit Bewußtsein und begründet von
    allen zuerst eine wahre Kunde, keine bloß poetisirende, vom Mittel=
    Alter, seiner Herrlichkeit, dem Reichthum und der Mannigfaltigkeit der
    Zeit gegeben: diese ausdauernde Begeisterung und das Resultat eines
    zwanzigjährigen Studiums ist nun als feste Basis, als Tempel,
    als Pallast für alle Zeiten da. Einzelnes mag neu entwickelt,
    aufgefunden, anders bedingt werden; die Sache an sich, als Geschichte,
    ist abgemacht, –

    Den 28sten Febr. Und, wie einfach, fest, sicher Alles, [um] weiter zu bauen,
    und vor und rückwärts die Zeit zu verstehn, denn dieser Glanzpunkt
    der Hohenstaufen beleuchtet erst richtig die grossen, so zu sagen homerischen
    Ottonen, und die bürgerlichen gutmüthigen Habsburger [und] Nachfolger,
    bis mit Carl V. wieder, in anderer Art, deutsche Geschichte die Weltge=
    schichte wird.

    ([Stempel:] Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz)

    30ster Febr. 1 M. Im̄er gestört u unterbrochen! – Was mich auch bewog, meinen
    Brief aufzuschieben, war die fast gewisse Nachricht, daß Sie Ostern nicht zu
    uns kommen würden. Ich hoffe, das wird noch abgeändert, denn ich darüber
    bisher so melankolisch gewesen, daß es mich an Allem gehindert hat.

    2 März Also, Sie kommen? Nicht wahr? Das muß ich, scheint es,
    aufgeben, daß Sie recht lange hier verweilen. – Den Brief, der nun
    von Ihnen an Dorothee geschrieben ist, giebt mir die Hofnung, Sie zu sehn. –
    Die [Muse] mag mir verzeihen, wenn ich darinn Unrecht habe, daß ich St.
    Religionsfil. für ein ganz schlechtes, verfehltes Buch halte, daß der Absicht
    auf keine Weise entspricht. Mir scheint es das alte Wesen, was schon in der
    Anthrop. in den Carricaturen und schon sonst von ihm vorgetragen ist:
    nur hier noch ein angewendetes, willkührliches Christenthum auf
    seine schwankende, halb phantasirende Naturphil. gepfropft: – oder
    eine sonst musikal. Naturphil. und etude auf ein altes Volkslied
    von Christenthum monoton variirend gelegt und applicirt. (Aber
    meine scharfe Tadelsucht nicht ausgeplaudert.) Wollte doch St. we=
    nigstens niemals von den Alten sprechen, oder von der Geschichte und
    Kunst und Poesie; da er von allen diesen grossen Gegenständen
    gar keine Kenntniß nicht nur besizt, sondern ihm selbst der Sinn
    für diese Erscheinungen des Göttlichen abgeht. Ich habe eine sonderbare Erfahrung
    beim Lesen gemacht.

    280
    Ich liebe Kant nicht. Seine Bücher liegen ganz ausserhalb meines
    Horizontes. Aber so oft St. eine Stelle von ihm anführt, wurde
    mir wohl, heiter und behaglich, ja sogar poetisch. – Was unser Solger
    sich vorsezte, war doch etwas ganz Andres, wohl Entgegengeseztes.
    Mache ich Erde, Natur zu einem schwachgemuthen Christen; sind mir
    alle Parabeln u Allegorieen buchstäbliche Wahrheit: und wiederum
    die Wirklichkeit u alle Erscheinungen der Physik, die man neu ent=
    deckte Naturgesetze nennen will, wieder nur Metaphern und Allegorien
    für die Offenbarung, so ist ein jeder Sophist dieser Aufgabe und Lösung
    gewachsen. Und das fehlte uns wirklich noch, solche alexandrinische
    Sofisterei in die Religion hinein zu werfen, [um] unser Babel
    noch mehr zu babelisiren. – Das Buch selbst – Worte! Worte! –

    Ich bin fast beschämt, daß mir Hagen die 3 grossen Quartanten
    zum Geschenk gemacht. Ich habe schon viel gelesen. Welche Masse von
    Notizen und Nachweisungen, – aber wieder, – wie so oft unsre
    deutsche Forschung – wie formlos! Wie oft muß bei dieser Planlo=
    sigkeit dasselbe wiederholt werden, und wie schwindelt der Suchend[...]
    fast seekrank in diesen Meereswellen unbehaglich umher[...]

    Unser Bülow sammelt hier u anderwärts Subskriben[...]
    für die nachgelassenen Dramen der Adel. Reinbold.4 Woll[...]
    Sie nicht auch für Ihre Bekannten u Umgebung eine List [...]=
    legen? Vieleicht daß doch Manche sich für interessiren. Der
    Preis möchte nur etwas mehr als Einen Th. betragen.

    Möchten Sie nicht auch eine Aktie für den Stuttgarter
    Verein nehmen? Wen̄ es ist, so melden Sie es mir u vieleicht
    andren Liebhabern in Berl: denn ich sam̄le hier für dse
    geschichtl. Anstalt u bin auch Theilnehmer.

    Nun Adieu! Bald sehn wir uns. Schreiben Sie
    recht bald, und recht umständlich, um so schöner. – Ich
    lege für unsren Hagen ein Blatt ein.5 Allen den Ihrigen
    meine herzl. Grüsse

    Ihr
    getreuer Frd
    L. Tieck.

    Kommentare

    4 Die geplante Ausgabe nachgelassener Dramen der 1839 verstorbenen Adelheid Reinbold kam nicht zustande.

    5 Vgl. den Brief von Tieck an von der Hagen vom 4. März 1840, in dem sich Tieck für das Geschenk der drei Minnesinger-Bände bedankt. Der Brief ist nachzulesen bei Schweikert 1974, S. 257f.

    ([Stempel:] DRESDEN [...] MAERZ 40)
    6

    An den Herrn
    Regierungsrath und Professor Friedrich
    von Raumer Hochwohlgebohren
      frei
    Berlin
    Kochstraße.

    Kommentare

    6 Neben dem Datumsstempel von Anfang März 1840 trägt das Umschlagblatt einige weitere Postvermerke.

    Mein geliebter Freund,

    Wieder habe ich so lange gezögert, Ihnen zu schreiben, daß ich mich schämen muß. Doch – – &c &c — Wie schöne Briefe habe ich seit dem von Ihnen erhalten! Schöne, aber nicht erfreuliche. – Wie kommen Sie, der ächte Mann, zu dieser Hypochondrie, zu dem Kleinmuth?1 Ich muß Sie jezt selbst an das schöne Wort Schlözers an Johann Müller erinnern, (der Brief ist jezt auch gedruckt) daß es Ihnen ziemt, über Alles das, was verdrüßlich sein möchte, kein Mouvement zu machen.2

    Den 22sten Februar Ihre Werke werden stehn bleiben und gelesen werden, wenn das Meiste der jetzigen Tage völlig vergessen ist. Es mag anmassend klingen, von der Zukunft prophezeien zu wollen, aber es giebt doch auch ein Gefühl nicht nur, sondern selbst eine Ueberzeugung und richtige Einsicht von der Vortreflichkeit eines Werkes, das unmöglich den gesunden und unpartheiischen Sinn täuschen kann. Wie jezt in der Physik alle 12 Wochen eine neue, unerhörte und ungeahndete Entdeckung auftaucht, über welche die Kundigen jubeln, und neue Naturgesetze wahrnehmen, wo ich als Laye nur neue Erscheinungen wahrnehmen kann, – so eifern jezt viele neue Geschichtschreiber wett mit diesen, Alles neuzugestalten, ganz neue Ansichten zu erfinden, wie oft willkührlich aus der Luft gegriffen, oder vorige, längst ausgemachte Dinge fratzenhaft auf den Kopf zu stellen. Ranke mag sich nur hüthen, daß ihn seine zu rasche Combination und Entdeckungslust nicht in diese [...], in diese enfans perdus der wahren Armen hinein treibt. [Langen]3 hier (ihr wahrer Freund und Bewundrer) erzählte mir, daß er den faulen Kaiser Frd III in seinem neusten Buche rechtfertigen, und so zu sagen bewundern will.

    Kommentare

    1 1840-1842 erschien die 2. Auflage von Raumers Geschichte der Hohenstaufen. Die erneute Auseinandersetzung mit seinem Werk (Erstveröffentlichung 1823–25) und dessen Rezeption machte Raumer offenbar zu schaffen, worauf neben dem dem vorliegenden Brief auch der Brief Raumers an Tieck vom 14. Dezember 1839 hinweist. Dort berichtet Raumer von den zahlreichen kritischen Stimmen, die er zwar versucht, von sich zu weisen, – „doch inkommodiren mich diese Flöhe, die man mir von allen Seiten in meinen Pelz setzt. [...] Doch was rede ich von Flöhen, Männer sind meine Gegner.“ (Litterarischer Nachlaß II, S. 181).

    2 Der Brief Schlözers an Müller, auf den Tieck anspielt, handelt vom Umgang mit Kritiken: „Eine Recension! Eine Recension! – Mann, Schweizermann, seyen Sie größer! Sie kennen die Welt, also auch die literarische, hoffentlich auch noch die literarische deutsche Welt. Wenn mir einer mündlich sagte, ich wäre ein Dummkopf, so geb’ ich ihm ein par Ohrfeigen. Sagt mir aber einer in einem Epigramm oder in einer Recension, ich wäre ein Rindvieh, ich hätte gestolen, ich hätte einen falschen Eid getan, so mache ich kein mouvement. Und Sie – einer Recension – eines Anonymi – wegen wollen die ganze Autorschaft aufgeben? O Mann! Schweizermann!“ (Schlözer an Müller, 16. Januar 1781, in: Briefe an Johann von Müller III, S. 49).

    3 Möglicherweise ist Friedrich Albert von Langenn gemeint.

    Den 25sten Februar — Sie haben uns mit Bewußtsein und begründet von allen zuerst eine wahre Kunde, keine bloß poetisirende, vom MittelAlter, seiner Herrlichkeit, dem Reichthum und der Mannigfaltigkeit der Zeit gegeben: diese ausdauernde Begeisterung und das Resultat eines zwanzigjährigen Studiums ist nun als feste Basis, als Tempel, als Pallast für alle Zeiten da. Einzelnes mag neu entwickelt, aufgefunden, anders bedingt werden; die Sache an sich, als Geschichte, ist abgemacht, –

    Den 28sten Februar Und, wie einfach, fest, sicher Alles, [um] weiter zu bauen, und vor und rückwärts die Zeit zu verstehn, denn dieser Glanzpunkt der Hohenstaufen beleuchtet erst richtig die grossen, so zu sagen homerischen Ottonen, und die bürgerlichen gutmüthigen Habsburger [und] Nachfolger, bis mit Carl V. wieder, in anderer Art, deutsche Geschichte die Weltgeschichte wird.

    1 März Immer gestört und unterbrochen! – Was mich auch bewog, meinen Brief aufzuschieben, war die fast gewisse Nachricht, daß Sie Ostern nicht zu uns kommen würden. Ich hoffe, das wird noch abgeändert, denn ich darüber bisher so melankolisch gewesen, daß es mich an Allem gehindert hat.

    2 März Also, Sie kommen? Nicht wahr? Das muß ich, scheint es, aufgeben, daß Sie recht lange hier verweilen. – Den Brief, der nun von Ihnen an Dorothee geschrieben ist, giebt mir die Hofnung, Sie zu sehn. – Die [Muse] mag mir verzeihen, wenn ich darinn Unrecht habe, daß ich Steffens Religionsphilosophie für ein ganz schlechtes, verfehltes Buch halte, daß der Absicht auf keine Weise entspricht. Mir scheint es das alte Wesen, was schon in der Anthropologie in den Carricaturen und schon sonst von ihm vorgetragen ist: nur hier noch ein angewendetes, willkührliches Christenthum auf seine schwankende, halb phantasirende Naturphilosophie gepfropft: – oder eine sonst musikalische Naturphilosophie und etude auf ein altes Volkslied von Christenthum monoton variirend gelegt und applicirt. (Aber meine scharfe Tadelsucht nicht ausgeplaudert.) Wollte doch Steffens wenigstens niemals von den Alten sprechen, oder von der Geschichte und Kunst und Poesie; da er von allen diesen grossen Gegenständen gar keine Kenntniß nicht nur besizt, sondern ihm selbst der Sinn für diese Erscheinungen des Göttlichen abgeht. Ich habe eine sonderbare Erfahrung beim Lesen gemacht.

    Ich liebe Kant nicht. Seine Bücher liegen ganz ausserhalb meines Horizontes. Aber so oft Steffens eine Stelle von ihm anführt, wurde mir wohl, heiter und behaglich, ja sogar poetisch. – Was unser Solger sich vorsezte, war doch etwas ganz Andres, wohl Entgegengeseztes. Mache ich Erde, Natur zu einem schwachgemuthen Christen; sind mir alle Parabeln und Allegorieen buchstäbliche Wahrheit: und wiederum die Wirklichkeit und alle Erscheinungen der Physik, die man neu entdeckte Naturgesetze nennen will, wieder nur Metaphern und Allegorien für die Offenbarung, so ist ein jeder Sophist dieser Aufgabe und Lösung gewachsen. Und das fehlte uns wirklich noch, solche alexandrinische Sofisterei in die Religion hinein zu werfen, [um] unser Babel noch mehr zu babelisiren. – Das Buch selbst – Worte! Worte! –

    Ich bin fast beschämt, daß mir Hagen die 3 grossen Quartanten zum Geschenk gemacht. Ich habe schon viel gelesen. Welche Masse von Notizen und Nachweisungen, – aber wieder, – wie so oft unsre deutsche Forschung – wie formlos! Wie oft muß bei dieser Planlosigkeit dasselbe wiederholt werden, und wie schwindelt der Suchend[e] fast seekrank in diesen Meereswellen unbehaglich umher[.]

    Unser Bülow sammelt hier und anderwärts Subskriben[ten] für die nachgelassenen Dramen der Adelheid Reinbold.4 Woll[ten] Sie nicht auch für Ihre Bekannten und Umgebung eine List [an]legen? Vieleicht daß doch Manche sich für interessiren. Der Preis möchte nur etwas mehr als Einen Thaler betragen.

    Möchten Sie nicht auch eine Aktie für den Stuttgarter Verein nehmen? Wenn es ist, so melden Sie es mir und vieleicht andren Liebhabern in Berl: denn ich sammle hier für diese geschichtliche Anstalt und bin auch Theilnehmer.

    Nun Adieu! Bald sehn wir uns. Schreiben Sie recht bald, und recht umständlich, um so schöner. – Ich lege für unsren Hagen ein Blatt ein.5 Allen den Ihrigen meine herzlichen Grüsse

    Ihr getreuer Freund L. Tieck.

    Kommentare

    4 Die geplante Ausgabe nachgelassener Dramen der 1839 verstorbenen Adelheid Reinbold kam nicht zustande.

    5 Vgl. den Brief von Tieck an von der Hagen vom 4. März 1840, in dem sich Tieck für das Geschenk der drei Minnesinger-Bände bedankt. Der Brief ist nachzulesen bei Schweikert 1974, S. 257f.

    6

    An den Herrn
    Regierungsrath und Professor Friedrich
    von Raumer Hochwohlgebohren
      frei
    Berlin
    Kochstraße.

    Kommentare

    6 Neben dem Datumsstempel von Anfang März 1840 trägt das Umschlagblatt einige weitere Postvermerke.