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Berlin um 1800

Brief von Friedrich Wilken an die Philosophische Fakultät (17. Dezember 1817)

 

 

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Facultäts=Sitzung am 17 Dec. 1817.

Gegenwärtig
[...]fessor Tralles
Erman
Weiss
Solger
Lichtenstein
Böckh
Rühs
Decanus

1.)Es wurde vorgelegt die Erklärung des Candidati Fichte, wodurch er
versichert, die von ihm der Facultät überreichte Abhandlung über die
Aufgabe der Philosophie ohne fremde Hülfe verfaßt zu haben.

2.)Die Aufforderung Sr. Magnificenz, über den Fortgang der Collegien
des Dr. Calker zu berichten.
Es soll nach Maßgabe der Acten über die Zahl der Zuhörer berichtet
werden und über die Regelmaßigkeit, mit welcher die Vorlesungen
gehalten werden.

3.)Die Petition des Dr. Pauli über die Aufnahme unter die Provatdocenten.
Seine früher vorder Universität vorgelegte Schrift soll von den Collegen
Böckh und Solger aufs Neue geprüft werden.

4.Der Antrag von Lichtenstein wegen des Dr. Klug.
Es soll dem Ministerium berichtet werden, die Facultät vereinige
ihre Wünsche mit denen des Prof. Lichtenstein für die Anstllg des
Dr. Klug bei dem zoologischen Museum und finde es sehr zweckmäßig,
daß derselbe bei seinen entschiedenen Verdiensten in der Entomologie als
Professor extraordinarius in nähere Verbindg mit der PUniversität trete.1

5.)Hierauf wurde das Examen des Candidati Fichte angestellt. Zuerst wurde
[...]von Collegen Solger der Candidatus geprüft, besonders in Hinsicht auf
sein eingereichtes Specimen, dann von Böckh in gleicher Rücksicht
Der Candidat wurde für fähig erklärt zu den übrigen öffentlichen Leistungen.2

In fidem
F. Wilken h. t. Dec.

Kommentare

1 Hinrich Lichtenstein, Professor für Zoologie an der Berliner Universität, leitete auch das zur Universität gehörige zoologische Museum.

2 Nach dem Examen hatte Immanuel Hermann Fichte eine Dissertation in lateinischer Sprache anzufertigen. Zwar war es üblich, dass die Kandidaten die zuvor eingereichte Probeschrift auch als Doktordissertation verwendeten, doch war es ihnen ebenso erlaubt, als Probeschrift und als Dissertation zwei unterschiedliche Abhandlungen einzureichen. Für diese Variante entschied sich Fichte. Die Dissertation bildete die schriftliche Grundlage für die öffentliche Disputation, mit welcher der feierliche Akt der Promotion unmittelbar verbunden war.

Facultäts-Sitzung am 17 December 1817.

Gegenwärtig
[Pro]fessor Tralles
Erman
Weiss
Solger
Lichtenstein
Böckh
Rühs
Decanus

1.)Es wurde vorgelegt die Erklärung des Candidati Fichte, wodurch er versichert, die von ihm der Facultät überreichte Abhandlung über die Aufgabe der Philosophie ohne fremde Hülfe verfaßt zu haben.
2.)Die Aufforderung Seiner Magnificenz, über den Fortgang der Collegien des Doctor Calker zu berichten. Es soll nach Maßgabe der Acten über die Zahl der Zuhörer berichtet werden und über die Regelmaßigkeit, mit welcher die Vorlesungen gehalten werden.
3.)Die Petition des Doctor Pauli über die Aufnahme unter die Provatdocenten. Seine früher der Universität vorgelegte Schrift soll von den Collegen Böckh und Solger aufs Neue geprüft werden.
4.Der Antrag von Lichtenstein wegen des Dr. Klug. Es soll dem Ministerium berichtet werden, die Facultät vereinige ihre Wünsche mit denen des Professor Lichtenstein für die Anstellung des Dr. Klug bei dem zoologischen Museum und finde es sehr zweckmäßig, daß derselbe bei seinen entschiedenen Verdiensten in der Entomologie als Professor extraordinarius in nähere Verbindung mit der Universität trete.1
5.)Hierauf wurde das Examen des Candidati Fichte angestellt. Zuerst wurde von Collegen Solger der Candidatus geprüft, besonders in Hinsicht auf sein eingereichtes Specimen, dann von Böckh in gleicher Rücksicht Der Candidat wurde für fähig erklärt zu den übrigen öffentlichen Leistungen.2

In fidem Friedrich Wilken hoc tempore Decanus

Kommentare

1 Hinrich Lichtenstein, Professor für Zoologie an der Berliner Universität, leitete auch das zur Universität gehörige zoologische Museum.

2 Nach dem Examen hatte Immanuel Hermann Fichte eine Dissertation in lateinischer Sprache anzufertigen. Zwar war es üblich, dass die Kandidaten die zuvor eingereichte Probeschrift auch als Doktordissertation verwendeten, doch war es ihnen ebenso erlaubt, als Probeschrift und als Dissertation zwei unterschiedliche Abhandlungen einzureichen. Für diese Variante entschied sich Fichte. Die Dissertation bildete die schriftliche Grundlage für die öffentliche Disputation, mit welcher der feierliche Akt der Promotion unmittelbar verbunden war.