Lettres et textes:
Le Berlin intellectuel
des années 1800

Lettre d'Adelbert de Chamisso à Louis de La Foye (Vertus, 07 mai 1810)

 

 

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    Bibliothèque d'État de Berlin / Section des manuscrits
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    43
    1806, ou
    1807
    108

    Ich werde gegen den 15. in Paris wieder
    eintreffen und du kannst mir dort schreiben.
    Die Ankunft Schlegels hat meine Reise
    Verzögert, der ich nun nur 14 tage widme.
    und die recht froh und lustig begonnen
    ist.

    Wilhelm Schlegel interessirt
    sich sehr für das uUnternehmen1 und hat
    in eigenem Nahmen mit dem Buch
    händler
    lontrahirt2.

    Die 1te Auflage
    125. louis dor honnorar fürdie
    3 Bände, und halb soviel für jede
    folgende. Daß sind unsere bedingungen
    und binnen 3 höchstens 4 Monathe
    soll das Werk erscheinen, Schlegel bleibt
    ungefähr so lange in fFrankreich und siheht
    unsere Arbeit durch. er ist ein Meister
    der französchen Sprache.

    unsere Freundin 3
    soll auch so lange Bleiben4 und in Frankreich
    arbeiten. — Was die Grosse

    Commentaires

    1 Bei Riegel wird in diesem Zusammenhang auf die Zusammenarbeit von Chamisso und Helmina von Chézy an einer Übersetzung von Schlegels Über dramatische Kunst und Literatur. Vorlesungen ins Französische verwiesen.

    2 Vermutlich ist „contrahirt“ gemeint.

    3 Von der Annahme ausgehend, dass die Arbeit an den Vorlesungen gemeint ist, muss es sich um Helmina von Chézy handeln.

    4 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits heisst es: „solange da bleiben“.

    Marionette anbetrifft und die Archiven
    weis ich dir eben nichts neues zu sagen
    ich habe Lanjuinai nicht wieder5 sehen
    konnen, doch bin ich seiner Theilnahme
    gewiß und solange der Kaiser abwesend
    ist wohl schwerlich etwas zu machen.

    Humbold hat mich und Sylvester de
    Sacy
    soll mich dem Donuou empfohlen
    haben, sobald ich heimkehre betreibe ichs
    und sehe Daunou.

    Einige Verse
    die ich ausf der Reise an unsere[r] Freundin
    gedichtet, Schlegel der in ihre Verhältnisse
    nichts hat thun wollen, meinte es solle
    mehr eErnst in ihr Leben.6


    Vertus 7. May.

    Commentaires

    5 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits wird „wieder“ ausgelassen.

    6 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits wird der Punkt durch ein Ausrufungszeichen ersetzt.

    44


    lebtest du So Sehr im Scherze
    Dass gar manches du versch[m]erzet,
    Das [...]Verscherzte leicht verschmerzet,
    Und gescherzt Selbst mit dem Schmerze,
    Warum7 nähmst du, liebes Herze,
    Heute dir im Ernst zu Herzen,
    Auch den Ernst nun lieb zu herzen?
    Viel zu ernsthaft ist der Ernst!
    Dass du mir Ja nicht verlernst
    Noch am Ende gar8 zu Scherzen.   9
    Lass dich ernste Bestien lehren
    Aber nichts von ihnen lerne
    höre was sie [sa]gen lehren gerne
    Doch in Scherz es zu verkehren.10
    lieblich leicht gelebt in Ehren,
    Und gescherzt ohne Beschwerde!
    Dass ihr Rath zu Schanden werde,
    Den sie Altklug dich gelehrt!
    Sieh! dein Scherzen11 hat mehr Wehrt
    Als der Ernst der ganzen Erde.   12
    Scherze dich über das Leben
    Leicht hinweg, und keine Reue!
    fest bewahre dir die Treue,
    Lebe wie's dir Gott gegeben.
    Das ist ja die Weisheit eben,
    Und das weiss ein jeder Christ:
    Bleibe jeder, der er ist. –13
    Liebe, liebliche Natur,
    Du verlörest immer nur. –14
    Bleibe dDu ja wie du bist.15

    [en marge: Dem nach bin ich in Paris auf 4 Monathe fest. ist [...]
    noch nichts loß wird es die Zeit sein zu dir zu wollen16. — auch
    hat Schlegel (fals einer, dem es vorgeschlagen, wie zu glauben, nicht
    annehme) mir in Nápoleon, bei dem der Deutschen Sprache und
    litteratur befliessenen [Prefeckt] einem sehr vortreflichen Mann eine angenehme
    Anstellung und Garzunen17 Statzion18 anzubieten. —
    ]

    Commentaires

    7 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits steht „Was“ statt „Warum“.

    8 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits steht „zar“ statt „gar“, was vermutlich ein Druckfehler ist.

    9 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits wird eine Leerzeile statt dieses Striches gedruckt.

    10 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits wird der Punkt durch ein Ausrufungszeichen ersetzt.

    11 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits steht „Scherz“ statt „Scherzen“.

    12 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits wird eine Leerzeile statt dieses Striches gedruckt.

    13 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits wird der Punkt sowie der Strich durch ein Ausrufungszeichen ersetzt.

    14 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits wird der Punkt sowie der Strich durch einen Doppelpunkt ersetzt.

    15 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits wird der Punkt durch ein Ausrufungszeichen ersetzt.

    16 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits steht „wallen“ statt „wollen“.

    17 Diener.

    18 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits steht an dieser Stelle „Garçon-Station“. Der dem Satzende folgende Strich wird ausgelassen.

    A Monsieur
    Monsiour Louis de la Foye

    (Poststempel mit den Angaben: 49
    VERTUS)
    à Caen.
    Calvados.19

    S.20 ist mit mir
    sehr, mit ihr weniger
    zufrieden. –21

    a
    (Reste des Siegels in roter Farbe.)

    a 6

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    19 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits wird die Adresse ausgelassen.

    20 Bei Riegel steht S. für Schlegel und im Zusammenhang mit dem im Brief erwähnten gemeinschaftlichen Übersetzungsprojekt sind die ausgewiesenen personellen Bezüge sehr wahrscheinlich.

    21 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits wird der Strich ausgelassen.

    Ich werde gegen den 15. in Paris wieder eintreffen und du kannst mir dort schreiben. Die Ankunft Schlegels hat meine Reise Verzögert, der ich nun nur 14 tage widme. und die recht froh und lustig begonnen ist.

    Wilhelm Schlegel interessirt sich sehr für das Unternehmen1 und hat in eigenem Nahmen mit dem Buchhändler lontrahirt2.

    Die 1te Auflage 125. louis dor honnorar fürdie 3 Bände, und halb soviel für jede folgende. Daß sind unsere bedingungen und binnen 3 höchstens 4 Monathe soll das Werk erscheinen, Schlegel bleibt ungefähr so lange in Frankreich und sieht unsere Arbeit durch. er ist ein Meister der französchen Sprache.

    unsere Freundin 3 soll auch so lange Bleiben4 und in Frankreich arbeiten. — Was die Grosse

    Commentaires

    1 Bei Riegel wird in diesem Zusammenhang auf die Zusammenarbeit von Chamisso und Helmina von Chézy an einer Übersetzung von Schlegels Über dramatische Kunst und Literatur. Vorlesungen ins Französische verwiesen.

    2 Vermutlich ist „contrahirt“ gemeint.

    3 Von der Annahme ausgehend, dass die Arbeit an den Vorlesungen gemeint ist, muss es sich um Helmina von Chézy handeln.

    4 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits heisst es: „solange da bleiben“.

    Marionette anbetrifft und die Archiven weis ich dir eben nichts neues zu sagen ich habe Lanjuinai nicht wieder5 sehen konnen, doch bin ich seiner Theilnahme gewiß und solange der Kaiser abwesend ist wohl schwerlich etwas zu machen.

    Humbold hat mich und Sylvester de Sacy soll mich dem Donou empfohlen haben, sobald ich heimkehre betreibe ichs und sehe Daunou.

    Einige Verse die ich auf der Reise an unsere Freundin gedichtet, Schlegel der in ihre Verhältnisse nichts hat thun wollen, meinte es solle mehr Ernst in ihr Leben.6


    Vertus 7. May.

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    5 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits wird „wieder“ ausgelassen.

    6 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits wird der Punkt durch ein Ausrufungszeichen ersetzt.


    lebtest du So Sehr im Scherze
    Dass gar manches du versch[m]erzet,
    Das Verscherzte leicht verschmerzet,
    Und gescherzt Selbst mit dem Schmerze,
    Warum7 nähmst du, liebes Herze,
    Heute dir im Ernst zu Herzen,
    Auch den Ernst nun lieb zu herzen?
    Viel zu ernsthaft ist der Ernst!
    Dass du mir Ja nicht verlernst
    Noch am Ende gar8 zu Scherzen.   9
    Lass dich ernste Bestien lehren
    Aber nichts von ihnen lerne
    höre was sie lehren gerne
    Doch in Scherz es zu verkehren.10
    lieblich leicht gelebt in Ehren,
    Und gescherzt ohne Beschwerde!
    Dass ihr Rath zu Schanden werde,
    Den sie Altklug dich gelehrt!
    Sieh! dein Scherzen11 hat mehr Wehrt
    Als der Ernst der ganzen Erde.   12
    Scherze dich über das Leben
    Leicht hinweg, und keine Reue!
    fest bewahre dir die Treue,
    Lebe wie's dir Gott gegeben.
    Das ist ja die Weisheit eben,
    Und das weiss ein jeder Christ:
    Bleibe jeder, der er ist. –13
    Liebe, liebliche Natur,
    Du verlörest immer nur. –14
    Bleibe Du ja wie du bist.15

    Dem nach bin ich in Paris auf 4 Monathe fest. ist [...] noch nichts loß wird es die Zeit sein zu dir zu wollen16. — auch hat Schlegel (fals einer, dem es vorgeschlagen, wie zu glauben, nicht annehme) mir in Nápoleon, bei dem der Deutschen Sprache und litteratur befliessenen [Prefeckt] einem sehr vortreflichen Mann eine angenehme Anstellung und Garzunen17 Statzion18 anzubieten. —

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    7 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits steht „Was“ statt „Warum“.

    8 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits steht „zar“ statt „gar“, was vermutlich ein Druckfehler ist.

    9 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits wird eine Leerzeile statt dieses Striches gedruckt.

    10 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits wird der Punkt durch ein Ausrufungszeichen ersetzt.

    11 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits steht „Scherz“ statt „Scherzen“.

    12 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits wird eine Leerzeile statt dieses Striches gedruckt.

    13 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits wird der Punkt sowie der Strich durch ein Ausrufungszeichen ersetzt.

    14 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits wird der Punkt sowie der Strich durch einen Doppelpunkt ersetzt.

    15 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits wird der Punkt durch ein Ausrufungszeichen ersetzt.

    16 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits steht „wallen“ statt „wollen“.

    17 Diener.

    18 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits steht an dieser Stelle „Garçon-Station“. Der dem Satzende folgende Strich wird ausgelassen.

    A Monsieur
    Monsiour Louis de la Foye
    à Caen.
    Calvados.19

    Schlegel20 ist mit mir sehr, mit ihr weniger zufrieden. –21

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    19 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits wird die Adresse ausgelassen.

    20 Bei Riegel steht S. für Schlegel und im Zusammenhang mit dem im Brief erwähnten gemeinschaftlichen Übersetzungsprojekt sind die ausgewiesenen personellen Bezüge sehr wahrscheinlich.

    21 Im Druck der Correspondance d'Adalbert de Chamisso, Fragments inédits wird der Strich ausgelassen.