Lettres et textes:
Le Berlin intellectuel
des années 1800

Lettre de Dorothea Tieck à Friedrich von Uechtritz (Dresden, 30 décembre 1835)

 

 

Scan Version dipl. Version de lecture Métadonnées Entités XML Scan Version dipl. Version de lecture Métadonnées Entités XML
 
 

Personnes apparaissant dans ce manuscrit

Groupes apparaissant dans ce manuscrit

    Œuvres évoquées dans ce manuscrit

    Lieux figurant dans ce manuscrit

    Bibliothèque des Sciences de Haute-Lusace à Görlitz
    Réutilisation uniquement sur autorisation de la bibliothèque

    23.


    Wir haben so lange nichts von Ihnen ge=
    hört, mein theuerster Freund, und es ver=
    langt mich so sehr wieder Nachricht von
    Ihnen zu erhalten, daß ich es nicht länger
    aufschieben kann zu schreiben. Ich fürchte
    Sie warten immer noch auf einen Brief
    von meinem Vater;1 vielmehr, ich hoffe daß
    nur dies, und nicht Krankheit oder sonst
    ein Leiden Sie vom Schreiben abhielt.
    Mein Vater wird so bald nicht dazu kom̄en
    Ihnen zu schreiben: erst war er schon
    seit dem Winte Herbst leidend, an be=
    ständigem Kathar und Husten, was
    ihn immer sehr angreift, und jetzt, da
    es ihm besser geht hat er eine Arbeit
    angefangen, und da entschließt er sich
    denn nicht leicht zu einer Unterbrechung
    deshalb warten Sie nun nicht länger,
    theuerster Freund, und schreiben Sie mir
    recht bald, glauben Sie nur daß Sie mich

    Commentaires

    1 Vgl. Brief vom 7. Oktober 1835, S. 1 (Bl. 1 recto).

    dadurch von einer Sorge befreien, die im̄er
    drückender wird, je länger ich nichts von
    Ihnen höre. Meine Mutter hat einen hef=
    tigen Husten gehabt, und dadurch wieder
    an Kräften abgenommen, da aber ihr
    Hauptübel2 gar nicht zunim̄t so hoffe ich
    sie erholt sich bald wieder. Den größten
    Krankheitsbericht muß ich Ihnen nun noch
    von mir selbst geben. Ich hätte Ihnen
    schon längst wieder geschrieben; aber
    Ende November wurde ich bedeutend
    krank, das Uebel ist zwar schon längst
    gehoben, aber ich bin noch so schwach und
    erhole mich so langsam, daß dieser
    Brief wirklich die erste ernstere Be=
    schäftigung ist die ich vornehmen kann
    Meine Krankheit fing mit Fieber und
    heftigen Seitenschmerzen an, und die
    schnelle Hülfe und Carus große Sorg=
    falt hat wohl nur eine Leberentzün=
    dung verhindert. Im Fest bin ich zuerst
    wieder in die Kirche gegangen und habe

    Commentaires

    2 Amalia Tieck litt bereits seit fast zwei Jahren an Unterleibsbeschwerden und Wasseransammlung in den Beinen.

    nur einige Besuche gemacht, die Folge
    davon ist aber ein geschwollnes Gesicht
    mit dem ich nun wieder zu Hause sitzen
    muß. Bei dem schrecklichen Wetter,
    dem beständigen Sturm und Regen er=
    holt man sich recht schwer. Agnes ist
    immer gesund gewesen und hat uns
    treu gepflegt.

    Ich könnte Ihnen noch viel erzählen,
    von dem Geburtstag des Königs, der
    den Sonntag hier sehr glänzend ge=
    feiert ward,3 aber das Schreiben wird
    mir schwer und ich schließe mit der
    Bitte diesen unbedeutenden Zettel
    zu vergeben und recht bald mit
    einem Briefe zu erfreuen,
    Ihre treue Freundin̄
    Dorothea T.

    Commentaires

    3 König Anton I. von Sachsen feierte am 27. Dezember 1835 seinen 80. Geburtstag, die Feierlichkeiten dauerten 3 Tage und umfassten bspw. die Errichtung eines Jubelobelisks auf dem Neumarkt, die festliche Ilumination und Dekoration zahlreicher Gebäude und einen Huldigungszug durch die Stadt, bestehend aus 9 Greisen im Alter von 80 bis 89 Jahren, 80 Landmädchen und 80 Bauernburschen in ländlicher Tracht. Es war die erste öffentliche Feier eines monarchischen Geburtsjubiläums in Sachsen. (Vgl. Mergen: Monarchiejubiläen im 19. Jahrhundert, S. 133–156.)

    (Poststempel mit den Angaben: DRESDEN
    31 Dec 35)
    (Poststempel mit den Angaben: MAGDEBURG
    2 / 1)
    (Poststempel mit den Angaben: 5 1
    [N 1])
    G W

    Sr Hochwohlgeb
    Dem Landgerichts-Rath
    Freiherrn von Uichtritz
    in
    Düsseldorf
    am Rhein.

    [...]

    (Rotes Siegel)

    Wir haben so lange nichts von Ihnen gehört, mein theuerster Freund, und es verlangt mich so sehr wieder Nachricht von Ihnen zu erhalten, daß ich es nicht länger aufschieben kann zu schreiben. Ich fürchte Sie warten immer noch auf einen Brief von meinem Vater;1 vielmehr, ich hoffe daß nur dies, und nicht Krankheit oder sonst ein Leiden Sie vom Schreiben abhielt. Mein Vater wird so bald nicht dazu kommen Ihnen zu schreiben: erst war er schon seit dem Herbst leidend, an beständigem Kathar und Husten, was ihn immer sehr angreift, und jetzt, da es ihm besser geht hat er eine Arbeit angefangen, und da entschließt er sich denn nicht leicht zu einer Unterbrechung deshalb warten Sie nun nicht länger, theuerster Freund, und schreiben Sie mir recht bald, glauben Sie nur daß Sie mich

    Commentaires

    1 Vgl. Brief vom 7. Oktober 1835, S. 1 (Bl. 1 recto).

    dadurch von einer Sorge befreien, die immer drückender wird, je länger ich nichts von Ihnen höre. Meine Mutter hat einen heftigen Husten gehabt, und dadurch wieder an Kräften abgenommen, da aber ihr Hauptübel2 gar nicht zunimmt so hoffe ich sie erholt sich bald wieder. Den größten Krankheitsbericht muß ich Ihnen nun noch von mir selbst geben. Ich hätte Ihnen schon längst wieder geschrieben; aber Ende November wurde ich bedeutend krank, das Uebel ist zwar schon längst gehoben, aber ich bin noch so schwach und erhole mich so langsam, daß dieser Brief wirklich die erste ernstere Beschäftigung ist die ich vornehmen kann Meine Krankheit fing mit Fieber und heftigen Seitenschmerzen an, und die schnelle Hülfe und Carus große Sorgfalt hat wohl nur eine Leberentzündung verhindert. Im Fest bin ich zuerst wieder in die Kirche gegangen und habe

    Commentaires

    2 Amalia Tieck litt bereits seit fast zwei Jahren an Unterleibsbeschwerden und Wasseransammlung in den Beinen.

    nur einige Besuche gemacht, die Folge davon ist aber ein geschwollnes Gesicht mit dem ich nun wieder zu Hause sitzen muß. Bei dem schrecklichen Wetter, dem beständigen Sturm und Regen erholt man sich recht schwer. Agnes ist immer gesund gewesen und hat uns treu gepflegt.

    Ich könnte Ihnen noch viel erzählen, von dem Geburtstag des Königs, der den Sonntag hier sehr glänzend gefeiert ward,3 aber das Schreiben wird mir schwer und ich schließe mit der Bitte diesen unbedeutenden Zettel zu vergeben und recht bald mit einem Briefe zu erfreuen, Ihre treue Freundinn Dorothea Tieck

    Commentaires

    3 König Anton I. von Sachsen feierte am 27. Dezember 1835 seinen 80. Geburtstag, die Feierlichkeiten dauerten 3 Tage und umfassten bspw. die Errichtung eines Jubelobelisks auf dem Neumarkt, die festliche Ilumination und Dekoration zahlreicher Gebäude und einen Huldigungszug durch die Stadt, bestehend aus 9 Greisen im Alter von 80 bis 89 Jahren, 80 Landmädchen und 80 Bauernburschen in ländlicher Tracht. Es war die erste öffentliche Feier eines monarchischen Geburtsjubiläums in Sachsen. (Vgl. Mergen: Monarchiejubiläen im 19. Jahrhundert, S. 133–156.)

    Seiner Hochwohlgeboren
    Dem Landgerichts-Rath
    Freiherrn von Uichtritz
    in
    Düsseldorf
    am Rhein.